Jass-Frage: «Darf man nachträglich weisen und sich bedanken?»

Der Jassverzeichnis-Leser Fabian B. hat uns folgende Frage gestellt: «Wir spielen einen Schieber und beide Partien sind sehr nahe am Sieg. Mit dem ersten Stich erreichen wir das Ziel. Als wir uns bedanken, weist die Gegenpartei nachträglich einen Weis und sagt, dass Sie nun gewonnen haben. Stimmt das?»

Antwort

Wurde nichts anderes vereinbart gilt die Ausmachregel "Stöck-Wys-Stich". Wenn diese Regel (also Stöck-Wys-Stich-Regel) zum Zuge kommt, dann gilt nicht die Reihenfolge des Bedanken. Sondern es wird geschaut, ob jemand mit den Stöck das Ziel erreicht, wenn nicht, ob jemand mit dem Wys, und wenn nicht mit dem Stich zum Ziel kommt.

Ein Wys zählt aber nur, wenn er korrekt gewiesen wurde. Hat in der ersten Runde niemand einen Weis genannt, darf ein vergessener Weis nicht nachträglicher deklariert werden. In diesem Beispiel hat also die Partei gewonnen, die mit dem Stich die Punktzahl erreicht.

Anders sieht es aus, wenn es sich beim Wys um die Stöckpunkte handelt: Diese dürfen, sofern nur noch diese Punktzahl für den Sieg fehlt, jederzeit gewiesen werden. Wäre dies der Fall, hat die Gegenpartei gewonnen.

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